Alt, aber nicht arm – Warum rechtzeitige Vorsorge so wichtig ist.

Wer mitten im Leben steht, denkt nicht immer gerne an die ferne Zukunft. Vor allem ungünstige Ausblicke, wie mögliche finanzielle Einbußen im Alter, werden häufig lieber beiseitegeschoben. Ein guter Vorsorgeplan für später ist aber essenziell, denn nur ein Finanzpolster für die Zeit nach der Erwerbstätigkeit schützt dich effektiv vor Armut im Alter.

Je zeitiger du mit dem zielgerichteten Aufbau eines Alterskapitals beginnst, desto gewinnbringender können deine Rücklagen wachsen. Und: Vor allem Frauen sollten ihre Pläne bezüglich Altersvorsorge möglichst rasch in die Tat umsetzen. Denn sie gelten im Vergleich zu Männern als besonders armutsgefährdet.

Altersarmut trifft vor allem Frauen

Ältere Frauen sind in Österreich von Einkommenseinbußen besonders betroffen: 26 % der alleinlebenden Pensionistinnen hatten im Vorjahr weniger als 1.259 Euro pro Monat zur Verfügung und galten damit laut Statistik Austria als armutsgefährdet. Bei pensionierten alleinstehenden Männern waren es zum Vergleich „nur“ 15 %. Bewertet wurde für diese Berechnung das bedarfsgewichtete Pro-Kopf-Einkommen je Haushaltsmitglied.

Doch wie kommt es zu diesem gravierenden Unterschied? Für die Berechnung der Pensionshöhe wird das Durchschnittseinkommen aller Erwerbsjahre herangezogen. Erwerbslose Zeiten und Jahre mit niedrigen Löhnen oder Gehältern haben also eine große Auswirkung. Frauen sind verstärkt von Altersarmut betroffen, da sie häufiger berufliche Auszeiten haben, um etwa ihre Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen.

Darüber hinaus arbeiten viele Frauen in Teilzeit, um der so genannten Care-Arbeit nachzukommen. All das führt dazu, dass ein hoher Anteil der Frauen in Österreich lediglich eine sehr geringe Pension von 933,06 Euro pro Monat bezieht.

Damit du die Auswirkungen von beruflichen Auszeiten und Teilzeit-Einkünften auf die Pension ausgleichen kannst, ist es wichtig den Überblick zu bewahren und gemeinsam mit deiner Familie eine entsprechende Vorsorge zu treffen. Um den finanziellen Verlust durch Auszeiten auf Grund von Kinderbetreuung abzufedern, kann sich jedes Paar beispielsweise bis zum siebten Geburtstag des Kindes den erwerbsbedingten Pensionsanspruch des beruflich tätigen Partners teilen.

Dieses sogenannte Pensionsplitting muss allerdings extra beantragt werden. Der erwerbstätige Elternteil hat dabei die Möglichkeit bis zu 50 % seiner jährlichen Pensionskonto-Gutschrift an den Partner zu übertragen, der sich der Kindererziehung widmet.

Ein guter Überblick und individuelle Planung zahlen sich aus

Es ist wichtig das Thema Altersvorsorge an deine persönliche Situation anzupassen. Es gibt einige wichtige Fragen, die du dabei für dich beantworten solltest:

  • Wie viel Geld möchtest du monatlich und als Finanzpolster für Extra-Ausgaben im Alter zur Verfügung haben?
  • Wie lange arbeitest du schon und wie lange wirst du voraussichtlich noch erwerbstätig sein?
  • Wie sehen deine beruflichen Pläne und finanziellen Karriereziele für die Zukunft aus?
  • Welcher Einfluss ergibt sich dadurch auf deinen Pensionsanspruch?

Da die Dauer der Erwerbstätigkeit und die Höhe deines Einkommens einen erheblichen Einfluss auf das verfügbare Einkommen im Ruhestand haben, ist es wichtig über den Pensionsanspruch Bescheid zu wissen. Ganz allgemein gilt dabei folgende Faustregel: Wenn du mit 65 Jahren und 45 Versicherungsjahren in Pension gehst, erhältst du 80 % deines durchschnittlichen Einkommens. Wie dein Pensionsanspruch voraussichtlich ausfallen wird, kannst du hier im Detail berechnen: www.neuespensionskonto.at

Wie Altersvorsorge mittels Geldanlagen funktionieren kann

Sobald du dir einen Überblick über die voraussichtliche Pensionshöhe verschafft hast, kann es mit der Altersvorsorge losgehen. Eine mitunter interessante Form der Geldanlage kann dabei eine Erlebensversicherung sein. Dabei zahlst du regelmäßig Prämien ein, die von der Versicherung veranlagt werden. Die Veranlagung unterliegt dabei den Richtlinien für eine sichere Veranlagung durch die Finanzmarktaufsicht.

Zum Ende der vereinbarten Laufzeit erhältst du eine vereinbarte Versicherungssumme sowie erwirtschaftete Gewinnanteile. Die Auszahlung kann dabei einmalig erfolgen oder als regelmäßige Pension vereinbart werden.

Willst du für dein Alterskapital mit einem Fondsparplan vorsorgen, zahlt es sich aus, wenn du möglichst früh damit beginnst – auch wenn du nur geringe Summen zur Seite legen kannst. Denn je früher du startest, desto länger werden deine Rücklagen verzinst und du lukrierst mehr Erträge. Verantwortlich dafür ist der sogenannte Zinseszinseffekt: Wer später mit einem Investment startet, erhält weniger Rendite – auch bei mitunter viel höheren Einlagen. Eine weitere Möglichkeit für das Alter vorzusorgen sind Wertpapier-Depots.

Bevor du in Aktien investierst, informiere dich gut, welche Form der Anlage für deine finanziellen Prioritäten am besten passt. Wenn du dich bisher noch nicht im Detail mit dem Thema Börse beschäftigt hast, findest du hier unsere wichtigsten Finanztipps und Leitsätze zusammengefasst.

Das könnte dir auch gefallen