Börse und Ethik – Geld stinkt?

Ein junges Pflänzchen "wächst" aus einem Münstapel vor einem dicken Buch

Börse und Ethik – Geld stinkt?

Warum sich nachhaltige Investments auszahlen

Wer „Wolf of Wallstreet” gesehen hat, kennt das Klischee des skrupellosen Brokers und hat vielleicht eine verständliche Scheu, sich mit Wertpapierhandel auseinanderzusetzen. Böse Spekulanten, die auf der Suche nach dem großen Geld vor nichts zurückschrecken und für die Ethik ein Fremdwort ist. In der Tat gibt es natürlich viele Unternehmen, die in fossile Energie, Atomkraft oder Waffengeschäfte investieren. Aber wenn man ökologische und soziale Nachhaltigkeit berücksichtigt, schafft das nicht nur ein gutes Gewissen, sondern kann auch auf längere Sicht den Kurs deiner Fonds und Wertpapiere positiv beeinflussen. Doch wie bekommst du einen besseren Einblick in die ethische Praxis deiner Fonds?

Was macht mein Fonds?

Auf www.wasmachtmeinfonds.at werden 100 österreichische Fonds analysiert und transparent aufgeschlüsselt. In einer Tabelle kannst du dir die ethisch und ökologisch bedenklichen Vermögensanteile (fossile Brennstoffe, Erdöl/-gas, Atomkraft, Waffen) anzeigen lassen und erhältst gleichzeitig einen Überblick über Fondsvolumen, Erträge und Risiko des Fonds. Sich auch mit diesen Faktoren zu befassen, ist sehr interessant und schafft ein Bewusstsein für Ethik im Finanzmarkt. Außerdem gewinnt man ein besseres Verständnis und mehr Einblick in die Zusammenstellung der wichtigsten österreichischen Fonds auch das ist wertvolles Wissen.

Auf www.voenix.at findest du außerdem jene österreichischen Unternehmen, die besonders nachhaltig agieren. Neben Ausschlusskriterien wie Rüstungs- oder Glücksspielindustrie gibt es auch Positivkriterien, nach denen Unternehmen gerankt werden. Bevor du also in ein Unternehmen investieren möchtest, lohnt es sich vorher einen Blick in diese Analysen zu werfen.

Dass die Nachhaltigkeit deiner Investments auch unmittelbare Auswirkungen auf deine Finanzen haben kann, möchten wir dir mit folgendem Beispiel aufzeigen:

Der Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch 2013 ließ die Aktienkurse einiger börsennotierter Unternehmen der Textilindustrie crashen. Zum einen wegen der instabilen Marktentwicklung, zum anderen wegen des Image-Schadens und den daraus resultierenden strukturellen Veränderungen, die sich auch im Börsenwert eines Unternehmens widerspiegeln. Auch laufende Berichte über Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen durch NGOs oder andere marktunabhängige Instanzen beeinflussen den Kurs eines Unternehmens negativ.

Positive Kursentwicklungen hingegen können durch Maßnahmen zur sozialen und ökologischen Verbesserung und einen Imagegewinn bei KonsumentInnen befeuert werden. Wenn du also Wertpapiere kaufst, legst du nicht nur dein Geld an, sondern kannst eine gesellschaftliche und ökologische Entwicklung unterstützen.

Impact Investing

Der Investment-Berater Chris McKnett sprach schon 2014 in seinem Ted-Talk darüber, warum auch Großinvestoren ökologische und soziale Faktoren bei ihren Investments beachten sollten und wie diese den Wert an der Börse beeinflussen. Dafür sind auch die sogenannten ESG-Faktoren (social, environmental, governance) relevant, anhand derer börsennotierte Unternehmen bewertet werden.

Dieser Trend zum sogenannten Impact Investing setzt sich auch international durch: Die Wirtschaft soll ethischer und nachhaltiger werden, denn wer in die „richtigen” Wertpapiere investiert, fördert auch deren Prinzipien. Das Netzwerk PRI (Principles for responsible Investment) bietet mehr Transparenz zu den Big Playern im Finanzmarkt und bemüht sich, eine Plattform für „Responsible Investments” zu sein. Wie beim Beispiel der Textilfabrik in Bangladesch können so auch Risiken, die mit deinen Investments einhergehen, bestimmt und minimiert werden zumindest was das eigene Portfolio betrifft.

Unser Fazit: Wir hoffen, dass wir mit diesem Beitrag deinen Blick erweitert und geschärft haben, auch wenn die Unternehmenspraktiken oft schwer zu durchblicken sind. Durch Investments alleine werden wir die Welt vermutlich nicht retten, aber genau zu wissen wo man sein Geld anlegt, hat noch nie geschadet.

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