Ich werde Investorin – Börsenwissen für Anfänger

Buch und Online-Info über Börsenwissen

In dem ersten Beitrag meiner Reihe „Ich werde Investorin“ habe ich euch erzählt, wie ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, Investorin zu werden und Geld anzulegen. In diesem Beitrag teile ich mit euch, wo und wie ich mich zu Beginn über Aktien, Fonds und Co. informiert habe.

Fragt eure Familien und Freunde nach ihren Erfahrungen mit Aktien

Nachdem ich den Beschluss gefasst hatte, nicht mein gesamtes Geld auf dem Sparbuch zum Opfer der Inflation werden zu lassen, habe ich zunächst dort nach Rat gesucht, wo ich ihn auch sonst oft finde: Ich habe meine Eltern angerufen und sie nach ihren Erfahrungen gefragt. Doch schnell stellte sich Ernüchterung ein. „Bist du wahnsinnig? Da verlierst du dein ganzes Geld!“. Okay gut, hätte ich ein paar Minuten länger darüber nachgedacht, hätte ich mit dieser Reaktion meines Papas rechnen können. Also musste Mama ans Telefon. Sie hat vor einiger Zeit beim Wertpapierclub ihrer lokalen Bank mitgemacht und hat durch Aktiengewinne sogar ein schönes Sümmchen mitgenommen. Sie war dem Thema Aktieninvestments also schon mal positiv gesinnt. Aber: sie hatte im Grunde keine Erfahrung, da ihr Bankberater den An- und Verkauf der Aktien übernommen hatte.

Bei meinen Freundinnen schaute es leider auch nicht besser aus. Der Großteil hatte sich noch gar nicht mit Investments auseinandergesetzt. Einzelne haben in Fonds investiert, lassen das aber über ihre Hausbank laufen und vom Bankberater managen. Also kam ich auch hier nicht weiter.

Super. Jetzt war ich nicht nur kein bisschen schlauer als zuvor, sondern sogar etwas frustriert, dass ich mit meinem Anliegen, mein Geld zu investieren, offenbar allein auf weiter Flur war. Kurzum: Beide unternommenen Versuche, Rat zu bekommen, waren in meinem Fall also ein Schuss in den Ofen. Das kann in eurem Umfeld natürlich ganz anders ausschauen. Versucht es einfach und sucht das Gespräch.

Oder fragt das Internet nach Börsentipps für Einsteiger

Nachdem sich meine direkten Kontakte als nicht hilfreich erwiesen hatten, war ich also doch wieder mal auf das Internet angewiesen. Warum ich mich nicht auch an meinen Bankberater gewendet habe? Ich wollte und will meine Finanzen selbst in die Hand nehmen und sie nicht in fremde Hände legen. Ich möchte selbst qualifizierte Entscheidungen treffen können und ja, ich will auch selbst schuld sein, wenn es nicht so klappt wie geplant. Ich möchte lernen – auch aus den Fehlern.

Was ich brauchte, waren also Infos für Anfänger. So bin ich auf unterschiedliche Websites, Blogs, YouTube Channels, Facebook Gruppen und Podcasts gestoßen. Dabei stellte ich fest, dass ich mit meinen Fragen doch nicht alleine war – ich habe einige Facebook Gruppen gefunden, in denen sich Gleichgesinnte austauschen. Unten angeführte Websites etc. haben mir geholfen, mich zu orientieren. Bitte beachtet, dass diese Links euch lediglich als Orientierung dienen sollen. Ihr werdet schnell merken, dass es unterschiedliche Philosophien gibt, die einen setzen ausschließlich auf ETF (Exchange Traded Funds), andere schwören auf das alleinige Investment in Aktien. Es werden auch immer wieder Investments in Kryptowährungen, Rohstoffe und Immobilien diskutiert (alle drei schließe ich übrigens aus unterschiedlichen Gründen bis auf Weiteres für mich aus). Hier müsst ihr selbst rausfinden und entscheiden, welche Art von Investments für euch in Frage kommen.

Folgende Online-Angebote haben mir persönlich weitergeholfen:

Madame Moneypenny

Natascha Wegelin ist wohl die bekannteste und erfolgreichste Finanzbloggerin im deutschsprachigen Raum. Sie berichtet von ihren eigenen Erfahrungen als Anlegerin und ermutigt vor allem Frauen sich finanziell unabhängig zu machen und ihr Geld anzulegen. Die Community in der Facebook-Gruppe ist sehr aktiv. Nutzt die Suchfunktion in der Gruppe, um bereits bestehende Threads zu für euch interessanten Themen durchzulesen.

Finanzfluss

Dieser YouTube Channel ist für AnfängerInnen besonders hilfreich. Auf dieser Plattform findet ihr allgemeine Erklärvideos zu Geld und Wirtschaft sowie Infos über Aktien, ETF und worauf ihr bei der Wahl eures Wertpapierdepots achten solltet. Der Großteil der Videos richtet sich gezielt an Börsenneulinge. Darüber hinaus gibt es noch eine Facebook-Gruppe mit einer sehr aktiven Community.

Madame Moneypenny und Finanzfluss stammen aus Deutschland, weswegen sich nicht alle Informationen 1:1 auf Österreich übertragen lassen – das gilt vor allem für Steuerthemen. Wer sich gerne in Österreich austauschen möchte, hat zum Beispiel in den Facebook-Gruppen Frauen & Geld Österreich und Vermögensaufbau, Aktien und Börse Österreich die Gelegenheit dazu.

Finanzwesir

Der Finanzwesir gehört zu jenen Plattformen, um die ihr wahrscheinlich nicht herumkommen werdet – er wird tatsächlich sehr häufig empfohlen. Während man für die Bloginhalte bereits ein wenig Vorwissen benötigt, ist der Podcast etwas leichter zugänglich. Hier kommen unter anderem auch WirtschaftsjournalistInnen, FondsmanagerInnen, AnlageberaterInnen, VersicherungsmaklerInnen oder VermieterInnen zu Wort und man erhält unterschiedliche Blickweisen.

Buchtipps für Börsenanfänger

Zusätzlich zu Infos aus dem Internet empfiehlt es sich auch entsprechende Bücher zu lesen. Die untenstehenden Bücher werden AnfängerInnen besonders häufig empfohlen – die ersten beiden davon habe ich selbst auch gelesen.

Je mehr ihr lest, desto mehr Wissen und Betrachtungsweisen eignet ihr euch an. Das hilft euch dabei, euch klar darüber zu werden, warum ihr investieren wollt und welche Möglichkeiten sich euch bieten. Ihr erfahrt mehr über unterschiedliche Finanzprodukte und die Risiken, die diese mit sich bringen. Ihr werdet bereits beim Lesen merken, ob ihr euch für eine Anlageform interessiert oder ob sie euch vielleicht auf Grund zu hoher Risiken gleich abschreckt. Ihr könnt euch dabei auch Gedanken darüber machen, wie hoch das Risiko für euch persönlich denn überhaupt sein darf. Das ist wichtig für die Erarbeitung eurer Anlagestrategie. Wie ich meine Strategie erarbeitet habe, erzähle ich euch im nächsten Beitrag.

Disclaimer: Dieser Beitrag ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten.

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