Crowdinvesting – eine sinnvolle Anlageform?

Crowdinvesting-Schriftzug auf Bildschirm

Crowdinvesting hat sich seit einiger Zeit als eigene Anlageform durchgesetzt. Wir haben uns gefragt, was sich hinter dem Konzept verbirgt.

Was genau ist Crowdinvesting?

Crowdinvesting ist eine Finanzierungsform, bei der sich viele Personen – sogenannte Mikroinvestoren – mit geringen Geldbeträgen online an Unternehmen beteiligen. Meist laufen diese Finanzierungen über partiarische Darlehen. Konkret heißt das: Die Investoren haben Anspruch auf den Anteil des Gewinns, der dem Anteil der Investition entspricht.

Ein geläufiger Begriff ist auch Crowdsourcing. Die Bedeutung von Crowdsourcing ist, dass Gründer, Erfinder oder Künstler Ressourcen von der Crowd, auf Deutsch: der Öffentlichkeit, bekommen. Der wesentliche Unterschied zwischen Crowdinvesting und Crowdsourcing ist allerdings, dass es sich beim Crowdinvesting ausschließlich um Geldanlagen handelt, während beim Crowdsourcing auch Dienstleistungen oder Informationen angeboten werden können.

Wie funktioniert Crowdinvesting?

  1. Der Kapitalsuchende stellt Informationen über das angestrebte Projekt zur Verfügung. Darunter fällt beispielsweise der Businessplan, das Geschäftsmodell oder auch eine Chancen-Risiko-Analyse.
  2. Die jeweilige Crowdinvesting-Plattform überprüft diese Informationen.
  3. Fällt die Überprüfung positiv aus, wird das Projekt auf der Crowdinvesting-Plattform präsentiert und ist somit für jeden zugänglich. Innerhalb einer vorbestimmten Periode, dem Funding-Zeitraum, können sich nun interessierte Personen am Projekt beteiligen.
  4. Wenn der vorgegebene Mindestfinanzierungsbetrag erreicht wurde, kommt die Finanzierung zustande und das Projekt kann realisiert werden. Falls nicht, bekommen die Mikroinvestoren – je nach festgelegten Konditionen – ihr Geld zurück.
  5. Wenn das Projekt erfolgreich ist, erhalten die Mikroinvestoren ihren Beitrag. Dies kann entweder gewinnabhängig oder zu einem festen Zinssatz erfolgen.

Was wird für Crowdinvesting angeboten?

Crowdinvesting bietet Privatanlegern die Möglichkeit, sich mit relativ kleinen Beträgen an größeren Investitionsprojekten zu beteiligen. Die weltweit erste Crowdinvesting-Plattform ProFounder konnte im Jahr 2009 das erste Finanzierungsprojekt realisieren. Die Anzahl der Plattformen steigt stetig. Ebenso gibt es auch immer mehr erfolgreich finanzierte Projekte.

Eines davon ist die schwimmende Plattform Pacific Garbage Screening. Die einzigartige Bauweise ermöglicht es, Plastik aus dem Wasser zu filtern ohne Fische oder andere Lebewesen durch Netze zu gefährden. Prinzipiell kann jede beliebige Idee angeboten werden.

Zahlreiche Startups im Bereich Technologie und Nachhaltigkeit versuchen ihre Projekte über Crowdinvesting zu finanzieren, aber auch Immobilienprojekte gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Man kann in konkrete Projekte mit unterschiedlichen Laufzeiten und Verzinsungen investieren.

Follow the crowd – wirklich?

Risiken und Chance sollten auch bei dieser Form von Geldanlage sorgfältig abgewogen werden. Dabei sollten vor allem die individuelle Situation sowie die persönlichen Ziele als Ausgangslage bedacht werden.

Pro

  • Man kann sich bereits mit einer geringen Summe beteiligen.
  • Man kann auf mehrere Unternehmen setzen und somit die Investitionen diversifizieren.
  • Es gibt einerseits gewinnabhängige Ausschüttungen – falls es Gewinne zu verteilen gibt – und andererseits einen festen Zinssatz, zu dem das Kapital verzinst wird. Beim Verkauf von Unternehmen, ist der Crowdinvestor ebenso beteiligt.

Contra

  • Als Investor hat man kein Mitsprachrecht.
  • Das Kapital ist meistens über eine recht lange Zeit (ca. 5-10 Jahre) gebunden.
  • Das Risiko, dass ein Startup scheitert, ist relativ hoch.

Die WKO hat eine gute Übersicht österreichischer Plattformen erstellt, welche die Standesregeln für Crowdinvesting Plattformen erfüllen und mit einem Gütesiegel ausgezeichnet wurden.

In welches Projekt würdest du investieren wollen?

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