Ich werde Investorin – Meine ersten Schritte

Pörträt Carmen

Zugegeben, noch vor zwei Jahren hätte ich es mir nicht vorstellen können, dass ich ein Wertpapierdepot eröffne. Ich sagte mir, ich sei zu unerfahren und das Ganze wäre zu riskant. Warum ich ein Jahr später doch ein Depot eröffnet habe? Davon erzähle ich euch in dieser neuen Serie auf Apropos Geld. Also schaut rein und lasst euch inspirieren!

Ich werde Investorin

Ich bin Carmen und ich werde in dieser Reihe meine Erfahrungen in Sachen Investments mit euch teilen. In den nächsten Wochen möchte ich euch an meinen ersten Überlegungen teilhaben lassen und euch zeigen, wie ich bei der Erstellung einer Anlagestrategie und der Auswahl eines Online-Brokers vorgegangen bin. Vielleicht werden einige von euch dadurch ermutigt, sich auch intensiver mit dem Thema Finanzen zu beschäftigen und verlieren die Scheu vor der Eröffnung eines Depots. Gleich vorweg: Ihr findet hier keine professionelle Finanzberatung und auch keine Tipps zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Ich teile schlichtweg meine ganz persönlichen Erfahrungen mit euch.

Ich habe mich bis vor ein paar Jahren wenig mit Geldanlagen auseinandergesetzt. Mit Aktien habe ich mich tatsächlich „erst“ im Alter von 29 Jahren beschäftigt, also 2018. Ich habe damals gerade meinen Job bei der S IMMO AG begonnen, wo ich auch heute noch arbeite. Dort kümmere ich mich kurzgefasst zu einem wesentlichen Teil um Websites und digitale Themen.

Mein Aufgabenbereich hat also nur indirekt mit dem Kapitalmarkt zu tun, aber ich bin von Haus aus ein neugieriger Mensch und habe mich gleich in den ersten Wochen tiefer in das Thema reingearbeitet. Ich wollte wissen, worum es geht, wenn ein Börsenthema gerade das Ganggespräch Nummer 1 war. So habe ich begonnen, mich mit Themen wie Hauptversammlung, Meldepflichten oder dem Börsengesetz zu befassen.

Die eigenen Finanzen in den Griff bekommen

Mein privates Interesse ist dabei recht rasch gestiegen und so habe ich mich zunehmend mit meinen eigenen Finanzen auseinandergesetzt und einen Schlachtplan aufgestellt: Finanzstatus erfassen, Notgroschen ansparen, über Aktien und Wertpapierdepots informieren und Investorin werden.

Ich habe in den folgenden Monaten ein Haushaltsbuch geführt und jeden ausgegebenen Euro dokumentiert. Auf diese Weise konnte ich unnötige oder zu hohe Ausgaben entdecken und diese Kosten sparen. In einem ersten Schritt war es mein Ziel einen Notgroschen anzulegen. Eine ordentliche Reserve war und ist mir sehr wichtig, denn man weiß nie was kommt. Außerdem gibt sie einem ein Stück Freiheit und hält einem den Kopf für wichtige Dinge frei, wenn das Leben einmal nicht wie geplant läuft.

Während meine eiserne Reserve über die kommenden Monate schön langsam anwuchs, habe ich mich weiterhin mit Finanzthemen, wie auch dem Sparbuch, befasst.

Ich verliere laufend Geld, ohne es zu merken

Wie bei den meisten ÖsterreicherInnen lag ein Teil meines Geldes zum damaligen Zeitpunkt auf dem Girokonto, ein anderer Teil auf einem Sparbuch. Dass die Zinsen sehr niedrig sind (Null Komma irgendwas), das war mir nicht neu. Es war für mich jedoch erschreckend, dass mein Geld sich nicht nur nicht vermehrte, sondern dass es sogar weniger wurde. Das Geld verlor und verliert durch die Inflation an Wert. Im Jahr 2019 betrug die Inflation in Österreich 1,5 %, im Vorjahr 2 %.

Das klingt nach nicht besonders viel, aber über Jahre und Jahrzehnte läppert sich da eine ganz schöne Summe zusammen. Im Alltag fällt mir dieser Wertverlust nicht auf. Nichtsdestotrotz ist es eine Tatsache. Je mehr ich mich nun mit dem Thema Geldanlage beschäftigte, desto mehr wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, sich endlich ernsthaft mit meinen Finanzen zu befassen.

Altersarmut ist ein reales Problem

Im Zuge meiner Recherchen musste ich feststellen, dass Frauen häufiger von Altersarmut betroffen sind als Männer – das kann auch jene mit guter Ausbildung betreffen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Frauen in ihrem Leben häufiger unbezahlte Care-Arbeit leisten als Männer. Die Erziehung von Kindern und die Pflege von Angehörigen sind Gründe, warum Frauen häufiger aus dem Erwerbsleben ausscheiden oder nur Teilzeit angestellt sind.

Frauen erwerben somit während ihrer beruflichen Laufbahn zum einen weniger Geld und zum anderen haben sie dadurch eine niedrigere Berechnungsgrundlage für ihre Pension. Niedrige Löhne und Gehälter werden in der Pension schlagend und das führt für nicht wenige zur Mindestpension. (Mehr zum Thema Altersarmut findet ihr in unserem Beitrag zum Thema Altersvorsorge und in diesem Beitrag von Edition F.)

Beim Lesen von Artikeln über Altersarmut schauderte es mich und mit meinen gerade einmal 29 Jahren bekam ich schon fast Torschlusspanik. War nicht eh schon alles zu spät? Macht es jetzt überhaupt noch Sinn mein Geld anzulegen? Und überhaupt: Was mache ich mit meinem Geld? Meine anfängliche Idee, mein Geld zu investieren, bekam plötzlich einen ernsten Hintergrund und mir wurde bewusst, dass ich endlich handeln muss. Ich setzte also meine Angst in Produktivität um und begann meine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Wie ich das gemacht habe, lest ihr in den nächsten Beiträgen hier auf Apropos Geld.

Disclaimer: Dieser Beitrag ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten.

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