Wer früher investiert, hat schneller die Chance auf finanzielle Unabhängigkeit

Zeit ist Trumpf! Wie stark du von deiner Investition an der Börse profitierst, hängt weniger von der Höhe als der Dauer deines Investments ab. Denn je früher du zum Beispiel mit einem Fondssparplan startest bzw. je länger dein Geld verzinst wird, desto höher fallen deine Erträge aus.

Wie der Zinseszins-Effekt dein Geld langfristig vermehrt

Dafür sorgt der sogenannte Zinseszins-Effekt: Je länger du deine Investments für dich an der Börse arbeiten lässt, desto höher wird der Betrag, der regelmäßig verzinst wird und du lukrierst mehr Erträge. Wer Geld am Konto parkt und erst später anlegt, erhält weniger Rendite – auch bei mitunter viel höheren Einlagen.

Warum das so ist, verdeutlicht am besten ein Beispiel:

Die gleichaltrigen Freundinnen Anna und Lena investieren für ihre Altersvorsorge in die 20 größten börsennotierten Unternehmen des österreichischen Leitindex ATX.

Der wesentliche Unterschied: Lena legt geringere Beträge an, startet aber schon früher damit. Anna macht sich erst mit 35 Jahren Gedanken über finanzielle Vorsorge und investiert mehr Geld zu einem späteren Zeitpunkt.

Lena legt mit 25 Jahren einmalig 6.000 Euro sowie regelmäßig 100 Euro im Monat an:
Anna legt 10 Jahre später einmalig 12.000 Euro und monatlich 150 Euro an:
6.000,- + (100,- x 12 Monate x 35 Jahre) =

48.000 Euro
12.000,- + (150,- x 12 Monate x 25 Jahre) =

57.000 Euro

Bis zu ihrem 60. Geburtstag hat Anna insgesamt eine höhere Summe – € 57.000 – investiert als Lena, die nur € 48.000 eingezahlt hat. Annas Erträge im Alter sind aber deutlich geringer als jene von Lena. Warum ist das so?

ATX-AnlegerInnen erhalten im Schnitt 7 % Rendite

Wenn wir mit einer ATX-Jahresrendite von durchschnittlich 7% als Zinssatz rechnen, wachsen Annas und Lenas Investitionen exponentiell:

Lenas Investment-Summe von 48.000 Euro steigt innerhalb von 35 Jahren auf einen Betrag von 236.234 Euro an. Sie macht einen Gewinn von rund 188.000 Euro – ihre Investition hat sich beinahe verfünffacht.
Annas 57.000 Euro haben sich nur verdreifacht. Ihr Geld hatte weniger Zeit sich zu vermehren. Sie kommt nur auf rund 126.000 Euro Gewinn bei einer Gesamtsumme von 183.294 Euro.

Du kannst die Entwicklung des Zinseszinseffekt mit eigenen Zahlen online ausprobieren:

An der Börse müssen auch Ausgaben berücksichtigt werden

Das Beispiel von Lena und Anna verdeutlicht, dass die Höhe der Geldbeträge die du anlegst, mitunter eine weitaus geringere Rolle als die Dauer deines Investments spielt. Abhängig sind die realen Erträge natürlich von den tatsächlichen Jahresrenditen, die einer Schwankung unterworfen sind.

Zusätzlich müssen Ausgaben für Konto- und Depotgebühren, Steuern, oder auch Bearbeitungsgebühren berücksichtigt werden. Wichtig ist es also, sich vor dem Start an der Börse mit den Kosten für Wertpapier-Depots und den wichtigsten Grundlagen zu beschäftigen. Mehr dazu erfährst du auch in unseren Finanztipps.

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