Ich werde Investorin – Findet den richtigen Online-Broker

Schreibtisch mit Konditionsblatt von Broker

Ihr habt bereits euren aktuellen Finanzstatus gecheckt, einen Notgroschen angelegt und eure Anlagestrategie entwickelt? Dann seid ihr bereit und es kann ans Eingemachte gehen. In diesem Beitrag gebe ich euch Inputs dazu, wie ihr den für euch richtigen Online-Broker findet. Dabei möchte ich euch an meinen persönlichen Überlegungen bei der Auswahl eines Online-Brokers teilhaben lassen.

Wenn ihr Wertpapiere, wie z. B. Aktien oder Fonds, kaufen möchtet, könnt ihr das nicht direkt an der Börse machen. Ihr benötigt einen Zwischenhändler, der eure Orders an die Börse weiterleitet: den Broker. Der Broker führt die Orders (also die Käufe und Verkäufe) für euch aus und verwaltet eure Wertpapiere im Depot.

Haltet euch eure Anlagestrategie vor Augen

Um den für euch passenden Online-Broker auszuwählen, ist es wichtig, dass ihr wisst, wie ihr euer Investment gestaltet. Überlegt euch dabei, ob ihr eher spontan kaufen wollt oder ob ihr einen Sparplan anlegen möchtet, der z. B. monatlich automatisch eure Orders (also Käufe) ausführt. Wie häufig plant ihr Wertpapiere zu handeln, sprich: zu kaufen und zu verkaufen? Wollt ihr Wertpapiere ausschließlich in Euro handeln oder interessiert ihr euch auch für Investments an ausländischen Börsen bzw. in Fremdwährungen?

Auf Grund der unterschiedlichen Gebühren und Schwerpunkte eignen sich beispielsweise manche Depots eher für den Kauf von Wertpapieren auf europäischen Handelsplätzen, andere wiederum sind günstiger, wenn man häufig in Fremdwährung handeln möchte. Kurzum: ohne Strategie ist man bei der großen Auswahl an Brokern schnell überfordert.

Wenn ihr wisst, was ihr wollt, könnt ihr einen ersten Vergleich starten. Auf der Website broker-test.at habe ich mir zu Beginn meiner Suche einen ersten groben Überblick verschafft. Hier seht ihr auf einen Blick wie hoch die Depotkosten und die Kosten für eine Order an unterschiedlichen Handelsplätzen, wie z. B. der Wiener Börse, sind. Darüber hinaus seht ihr auf dieser Website gleich, welche Broker steuereinfach sind und welche nicht.

Tipp: Wählt einen steuereinfachen Broker

Wenn ihr an der Börse Gewinne erzielt, sind diese zu versteuern. In Österreich fällt dann die sogenannte Kapitalertragssteuer (KESt) in Höhe von 27,5 % an. Bei einem steuereinfachen Broker übernimmt dieser für euch die Arbeit und führt die KESt direkt ans Finanzamt ab und es entsteht für euch kein zusätzlicher Aufwand. Habt ihr euer Wertpapierdepot hingegen bei einem nicht-steuereinfachen Broker, also z. B. bei einem im Ausland ansässigen Broker, müsst ihr die KESt im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung selbst an das Finanzamt abführen. Für AnfängerInnen empfiehlt es sich daher auf jeden Fall einen steuereinfachen Broker auszuwählen.

Beispiel: Ihr kauft Aktien im Wert von € 100 und verkauft diese zu einem späteren Zeitpunkt zu einem höheren Kurs von € 120. Ihr habt theoretisch € 20 Gewinn gemacht. Praktisch werden aber noch 27,5 % KESt (also € 5,50) abgezogen, somit habt ihr einen Gewinn von € 14,50 erzielt.

Auf diese Kosten solltet ihr achten

Viele Online-Broker bieten NeukundInnen interessante Angebote wie niedrige Ordergebühren bei den ersten Orders oder eine kostenlose Depotführung. Hier lohnt es sich aber genau zu vergleichen. Je häufiger ihr Orders tätigt und je geringer eure Ordervolumen, also die investierte Summe Geld, ist, desto stärker fallen Spesen ins Gewicht. Bevor wir hier ins Detail gehen, gebe ich euch einen schnellen Überblick über unterschiedliche Kosten:

Depot- und Kontoführungsgebühren zahlt ihr eurem Online-Broker für seine Dienstleistung. Diese Gebühren werden entweder zu einem fixen Preis angeboten oder aber abhängig von eurem Depotwert, also dem Geld, das in eurem Depot liegt, berechnet.

Ordergebühren fallen beim Kauf bzw. Verkauf an. Beim Handel von Wertpapieren fallen auch noch sogenannte Börsengebühren an. Die Höhe dieser Gebühren hängt von dem von euch gewählten Börsenplatz ab. Ein- und dieselbe Aktie kann z. B. in Wien, Frankfurt und an der NASDAQ gelistet sein. Wo ihr die Aktie kauft, werdet ihr dann wahrscheinlich auch davon abhängig machen, wo ihr weniger Gebühren zahlt. Diese Gebühren haben üblicherweise eine Mindest- und eine Höchstgrenze, sodass sich die Höhe der Gebühr an der Höhe eures Ordervolumens, also dem zu investierenden Geld, orientiert.

Der Vergleich von Online-Brokern lohnt sich

Nachdem ich meine Auswahl auf steuereinfache Online-Broker beschränkt habe, habe ich die sogenannten Konditionenblätter heruntergeladen. Darin sind alle Kosten und Gebühren aufgeschlüsselt – ihr findet das Dokument direkt auf der Website des jeweiligen Brokers.

Wer sich einen Spaß machen will, kann sich alternativ zu den Online-Brokern auch das Konditionenblatt seiner Hausbank übermitteln lassen. Ich empfehle es, dabei zu sitzen und ein Fläschchen Wein parat zu haben – das könnte unter Umständen notwendig sein. Also schnell wieder zurück zu den Online-Brokern. Am besten könnt ihr diese vergleichen, indem ihr ein Excel-Dokument erstellt und die Kosten pro Transaktion, also die Ordergebühren, sowie die fixen Kosten auflistet. Geht dabei durch, wie hoch die Kosten sind, wenn ihr z. B. Orders von € 200, € 500 oder € 1.000 – ganz abhängig von eurer finanziellen Situation – durchspielt. Nur so bekommt ihr ein Gefühl dafür, wie hoch die Kosten tatsächlich sind, denn der eine Broker arbeitet mit fixen Euro-Beträgen, der andere wiederum auf prozentueller Basis.

Tipp: Online-Tutorials und Webinare

Bei der Auswahl eines Brokers geht es zwar zu einem wesentlichen Teil um die Kosten, aber eben nicht nur. Überlegt euch, was ihr euch von eurem Online-Broker erwartet. Kommt ihr mit dem Depot allein klar oder hättet ihr gerne mehr Betreuung z. B. in Form eines telefonischen Kundenservices oder sogar einer Filiale? Wie wirkt die Website, gibt es ausreichend Informationen zum Depot selbst? Wie sieht das Depot aus, ist es übersichtlich gestaltet?

Einige Online-Broker bieten kostenlose Online-Tutorials und Webinare an – diese könnt ihr oft auch nutzen, wenn ihr (noch) keine KundInnen seid. Ich kann euch empfehlen an einem Einsteiger-Webinar eines Online-Brokers teilzunehmen. Zum einen seht ihr wie so ein Wertpapier-Depot tatsächlich aussieht und man wird durchgeführt wie man z. B. Aktien kauft und verkauft. Dabei gibt es auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Mir persönlich hat die Teilnahme an einem solchen Webinar mehr Sicherheit gegeben und mich bei der Wahl meines Brokers bestätigt.

Disclaimer: Dieser Beitrag ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten.

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