Finanzbildung mal anders – mein Besuch im Erste Financial Life Park

FLiP Tour

*in freundlicher Zusammenarbeit mit FLiP

 

„Finanzen sind langweilig.“, „Das ist mir zu kompliziert.“, „Das interessiert mich nicht.“ Diese Aussagen hört man leider viel zu oft, wenn es um das Thema Finanzen geht. Ich kenne das sehr gut, auch ich habe mich früher nicht sonderlich dafür interessiert – und das obwohl wir jeden Tag mit Geld zu tun haben. Fakt ist, wir alle müssen uns früher oder später (und je früher desto besser!) damit auseinandersetzen und uns Gedanken über unsere lieben Finanzen machen.

Das FLiP

Finanzbildung kann einem auch auf spielerische Art und Weise vermittelt werden, wie der Erste Financial Life Park (kurz: FLiP) in Wien unter Beweis stellt. Das FLiP ist ein innovativer Vermittlungsort, der die Bedeutung der Finanzen für die persönliche Lebensplanung aufzeigt, mit dem Ziel den bewussten Umgang mit Geld zu fördern. Die zweistündige Tour setzt sich aus fünf Stationen zusammen: Konfigurator, Reality Check, Tresor, Meinungsforum und Getting Global. Es gibt insgesamt drei Touren in unterschiedlichen „Schwierigkeitsgraden“. Zwei davon sind für Schülerinnen und Schüler zwischen 10-17 Jahre, die dritte ist die ExpertInnen-Tour für Erwachsene ab 18 Jahren.

Vor zwei Wochen hatte ich gemeinsam mit ein paar Kolleginnen und Freunden die Gelegenheit das FLiP zu besuchen. Hier ein kurzer Abriss meines Besuchs, um euch einen Einblick zu geben, was euch dort erwartet:

Im FLiP angekommen, erhielt jeder von uns ein Tablet, das wir aktiv bei jeder Station benutzten. Ein Mitarbeiter vom FLiP hat uns während der Tour begleitet, die Stationen erklärt und dazwischen immer wieder spannende Fragen gestellt.

FLiP Tour

Station: Konfigurator

Eine Station, die ich persönlich sehr interessant fand, war der Konfigurator. Jedem von uns wurde eine bestimmte Rolle zugewiesen. Ich war zum Beispiel eine 19-jährige Studentin mit einem monatlichen Verdienst von 800 Euro. Dieses Budget musste ich mir einteilen und für Miete, Freizeit etc. ausgeben. Dabei wurden uns verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, zwischen denen wir auswählen mussten, wie z. B. ein Studentenheim (Kosten: 275 Euro monatlich) oder ein WG Zimmer (Kosten: 350 Euro monatlich). Ziel war es, das Geld so realistisch wie möglich auf die verschiedenen Ausgabepositionen (Wohnen, Freizeit, Ernährung, Mobilität, Medien, Shopping und Sparen) zu verteilen. Im Anschluss erfuhren wir die durchschnittlichen prozentuellen Ausgaben eines österreichischen Haushalts. Um euch ein paar konkrete Zahlen zu nennen: Den größten Teil macht mit 27,4 % das Wohnen aus, 16 % der Ausgaben werden im Durchschnitt für die Freizeit ausgegeben und 15 % für Ernährung. Nur 5 % vom Einkommen werden gespart, 4,7 % werden für den Medienkonsum ausgegeben.

Eine Sache, die mich diese Aufgabe lehrte, ist, wie essentiell es ist, sich sein Geld in verschiedene „Töpfe“ (wie ich sie nenne) aufzuteilen. Das bedeutet: Nehmt eure monatlichen Einnahmen her und das erste was ihr macht, ist einen festen Betrag zur Seite zu legen. Das ist dann jener Betrag, den ihr spart. Eine Regel besagt, dass man ca. 10 % des Einkommens sparen sollte, vorausgesetzt es ist machbar. Je mehr ihr schafft, desto besser. Wenn ihr z. B. monatlich Einnahmen von 1.500 Euro habt, sind das 150 Euro. Wichtig ist, dass ihr das Geld gleich am Monatsanfang spart und nicht darauf wartet, was am Monatsende übrigbleibt. Bedenkt: Ihr überweist dem Vermieter auch jeden Monat eine bestimmte Summe und sagt nicht: „Ich habe diesen Monat nur 200 Euro übrig.“ So müsst ihr das auch mit euch selber machen. Pay yourself first! Mit dem Rest bezahlt ihr eure Fixkosten. Der nächste Topf sind dann eure variablen Ausgaben wie z.B. Shoppen. Legt dafür eine bestimmte monatliche Summe fest, die ihr nicht überschreiten wollt. Dabei könnt ihr euch verschiedene Unterkonten anlegen.

Ich habe derzeit ein Girokonto, auf dem meine Einnahmen landen und zusätzlich ein Sparkonto. Mein nächstes To Do wird sein, mehrere „Töpfe“, also Konten, anzulegen und das Geld zu verteilen. So bekommt man einen sehr guten Überblick über seine Finanzen.

FLiP Tour

Station: Getting Global

Eine weitere sehr aufschlussreiche Station war „Getting Global“. Dabei diskutierten wir über die Vor- und Nachteile der Globalisierung. Wusstet ihr, dass eine Jeans oft über 40.000 km zurücklegt (also sozusagen einmal die ganze Welt umrundet) und über 8.000 Liter Wasser verbraucht, bis sie in unseren Geschäften landet? Wir zahlen dann beispielsweise 40 Euro für ein Exemplar. Wir haben aber meistens nicht nur eine Jeans im Schrank, sondern vielleicht fünf, sechs oder sogar noch mehr. Vielleicht sollte man sich einmal überlegen, wie viele Jeans man denn wirklich braucht und ob es nicht sinnvoll wäre, auf die eine oder andere zu verzichten und dafür auf lokal produzierte Ware zu einem höheren Preis, aber zumeist auch mit höherer Qualität zu setzen. Was nützt es, günstig einkaufen zu gehen, wenn die Jeans nach zwei Monaten kaputt ist und wir uns die nächste günstige kaufen? Am Ende tätigen wir so meist höhere Ausgaben. In diesem Fall spielt aber vor allem auch der Umwelt- und gesellschaftspolitische Gedanke eine bedeutende Rolle. Diese Station brachte mich auf jeden Fall sehr viel zum Nachdenken.

Zu den anderen Stationen möchte ich euch an dieser Stelle gar nicht mehr verraten, sondern empfehle euch, das FLiP einmal selbst zu besuchen. Mehr Infos findet ihr unter www.financiallifepark.at. Ich bin schon auf eure Erfahrungsberichte gespannt, gerne als Kommentar unter diesem Beitrag!

 

Bis bald,

eure Nikolina

 

Das könnte dir auch gefallen