Besinnliches Fest statt Konsumwahn: ein paar Denkanstöße

Geschenke zu Weihnachten

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind – und somit also Weihnachten. Und jedes Jahr steigen die weihnachtlichen Umsätze im Handel – 2017 um 1,5 % im Vergleich zu 2016.* Ich bin schon auf den Report 2018 gespannt und wage zu behaupten, dass es auch dieses Jahr wieder ein sattes Plus geben wird.

Grund für diese Umsatzsteigerungen ist, dass wir überkonsumieren. Immer teurer, immer besser und immer mehr lautet die Devise. Wir alle sind es, die das Konsum-Rad vorantreiben und es größer werden lassen – insbesondere an Weihnachten. Für viele ist es längst nicht mehr ein Fest der Besinnlichkeit, sondern ein von Stress und Konsum geprägtes Fest geworden. Wenn wir ehrlich zu uns sind, machen wir uns einen Großteil dieses Stresses selbst. Nicht nur psychisch, auch finanziell geht Weihnachten nicht spurlos an uns vorbei und hinterlässt bei manchen sogar ein fettes Minus auf dem Konto. Deswegen möchte ich euch in diesem Artikel ein paar Denkanstöße geben, vielleicht inspirieren sie den einen oder anderen ja.

 Zeit schenken

Ihr lest es wahrscheinlich schon zum tausendsten Mal, aber ich finde man kann es nicht oft genug sagen: Zeit ist unser kostbarstes Gut. Es gibt nichts Schöneres, als Zeit mit den Liebsten zu verbringen. Wieso also nicht gemeinsam kochen statt einem Kochbuch oder ein Fußballspiel zusammen live erleben statt auf dem Computer spielen? Letztens habe ich mit einer Arbeitskollegin über Geschenke geredet. Sie erzählte mir, dass sie sich in der Familie nichts schenken, sondern eine gemeinsame „Weihnachtskassa“ haben, in die jeder so viel Geld reinwirft, wie er möchte. Mit dem Erlös machen sie dann einen gemeinsamen Familienausflug. Und es ist egal, ob am Ende 50, 100 oder 500 Euro zusammenkommen – der Grundgedanke zählt: gemeinsame Zeit. Wieso also nicht in den nächsten Jahren eine „Weihnachtskassa“ einführen?

Konsum für Weinachten

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Zeit ist Geld

Es ist doch so: Wir schauen auf unser Konto und entscheiden danach, ob sich die 100 Euro teuren Schuhe, die man der Mama kaufen will, ausgehen. Doch habt ihr diese Beträge jemals in Arbeitszeit umgerechnet? Wie viele Stunden müsst ihr in der Arbeit sitzen, um euch diese Schuhe zu leisten? Nicht zu vergessen die Zeit, die ihr verbraucht, um in die Stadt zu gehen, die Schuhe zu finden und sie zu kaufen. Zu diesem Thema empfehle ich euch unbedingt diesen Artikel auf meinem Blog zu lesen. Diese Art zu denken, hat bei mir schon vieles verändert!

Miteinander reden

Und wenn wir schon beim Thema Zeit sind: Überlegt euch, wie oft es vorkommt, dass ihr z.B. einer Freundin etwas kaufen wollt, aber nicht genau wisst was. Ihr wollt sie überraschen und lauft 3 Stunden in der Stadt herum, um etwas zu finden, was ihr vielleicht gefallen KÖNNTE. Und da kommen wir auch schon zu dem „könnte“. Ihr kauft einen Schal und hofft, dass er ihr gefällt. Sie wird aus Höflichkeit sagen, wie toll er ist, doch insgeheim landet er schon am nächsten Tag in der hintersten Ecke ihres Kleiderschranks. Nicht nur, dass ihr umsonst Geld ausgegeben habt (egal ob es 10 oder 50 Euro waren), ihr habt zusätzlich noch viel von eurer wertvollen Zeit durch die Suche „ausgegeben“. Was ist dabei rausgekommen? Ausgaben, unnötiger Zeitverlust, missglückte Überraschung und ein Teil mehr, das irgendwann weggeschmissen wird (bedenkt hier auch die Umwelt und Ressourcen). Doch was ist denn so schlimm daran, mit der Freundin offen über ihre Wünsche zu sprechen? Soll es eine Überraschung werden, lautet die Devise: aufmerksam zuhören und so herausfinden, worüber sie sich wirklich freuen würde.

Bildung schenken

100 Euro für die Markentasche oder doch lieber der 100 Euro Online-Sprachkurs für meine Schwester? Dann doch lieber die Tasche, die kann sie gut gebrauchen – und jedes Mal, wenn sie sie benutzt, denkt sie an mich! Ich wage zu behaupten, dass ich nicht die Einzige bin, die diesen oder ähnliche Gedanken hat. Wenn man etwas in der Hand hat, denkt man oft, dass es nützlicher ist und der oder die Beschenkte länger etwas davon hat. Doch wenn ich meiner Schwester diesen Sprachkurs schenke, kann sie ihr Spanisch wieder auffrischen und ist motiviert beim nächsten Spanienurlaub mehr zu sprechen.

Oder die Freundin, die sich so schwer mit ihren Finanzen tut und gerne mehr über finanzielle Unabhängigkeit erfahren würde. Wieso nicht ein Buch schenken, statt dem zehnten Parfüm?

In Bildung zu investieren, ist das beste Geschenk überhaupt, denn Wissen kann uns im Nachhinein keiner mehr wegnehmen. Die Tasche wird irgendwann Gebrauchsspuren haben, aber Wissen bleibt und bringt uns weiter.

 

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig dazu anregen, über den alljährlichen Konsumwahnsinn zu Weihnachten nachzudenken. Ich wünsche euch frohe Weihnachten und vor allem ganz viel Zeit mit euren Liebsten!

 

Bis bald,

 

eure Nikolina

 

 

*Quelle: https://news.wko.at/news/oesterreich/bsh_weihnachtsgeschaeft_2017_zwischenbilanz.pdf

 

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