Mein Experiment: Mit 10 Euro in Wien unterwegs

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Schon seit über drei Jahren lebe ich in Wien und ich liebe diese Stadt. Sie hat für mich das gewisse Etwas und am Wochenende nehme ich mir die Zeit, schlendere durch die verschiedenen Bezirke, gönne mir einen Kaffee hier, ein kleines Mittagessen da und schwupps sind schon mal schnell 15 Euro weg. Nicht zu vergessen die Einkaufsstraßen, zu denen es mich vor allem am Wochenende hinzieht. Bei meiner Begeisterung kann also auch die Geldbörse an einem Samstag schon Mal richtig glühen. Ob das wirklich notwendig ist, um das Wochenende zu genießen, habe ich vergangenen Samstag in einem kleinen Experiment getestet.

Wofür reichen 10 Euro?

Da oft keine Zeit unter der Woche bleibt, erledigen wir vieles am Wochenende. Vor ein paar Tagen spulte ich gedanklich den Film meiner Wochenend-Routine zurück und merkte, dass die Tage fast immer gleich ablaufen. In der Innenstadt bummeln, sich eine Kleinigkeit kaufen, Essen gehen. Die Rituale blieben gleich, aber die Geldbörse wurde dadurch immer schmäler. Da kam mir der Gedanke: „Wie wäre es, wenn man einen Tag lang mit 10 Euro in der Tasche Wien erkundet?“ Gesagt, getan. Vorigen Samstag machte ich mich mit nur einem 10-Euro-Schein und meiner Wiener Linien Jahreskarte in der Tasche (ja, hier habe ich den Vorteil, dass ich mir kein extra Ticket kaufen muss!) auf den Weg ins Getümmel. Hier mein ganz persönliches Resümee:

1# Station: Wiener Naschmarkt

Es ist 09:00 Uhr früh. Als ich aufstehe, knurrt schon der Magen. Schnell ziehe ich mich an und fahre zum Naschmarkt. Alle, die schon einmal dort waren, wissen, dass 10 Euro bei einem Einkauf oder Frühstück am Markt zumindest zum Großteil aufgebraucht wären. Der Grund, warum es mich trotzdem dorthin verschlägt, ist ganz einfach: Fast jeder Händler bietet Kostproben an: von Oliven, über Trockenfrüchte bis hin zu frischen Erdbeeren ist alles dabei. Ich probiere mich nach Belieben durch. Es ist wirklich lustig, weil man so auch mit den Händlern ins Gespräch kommt. Mit vollem Magen geht es für mich weiter Richtung ersten Bezirk, wo ich die engen Gässchen hinter dem Stephansdom entlang spaziere und die wunderschönen Fassaden bewundere.

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2# Kaffeepause

Zu Mittag überkommt mich ein Gusto nach Kaffee. Da vor allem im ersten Bezirk die Cafés nicht die Günstigsten sind und ein Caffè Latte locker auf 3,50 bis 4,00 Euro kommt, wird es dieses Mal ein Latte Small im McCafé für knapp 2 Euro. Günstiger ginge es noch mit einer To-Go Variante, aber hier hat mein Umweltschutz-Gedanke Vorrang. Die Zeit draußen zu sitzen und den Kaffee in Ruhe zu genießen, nehme ich mir.

3# Donaukanalspaziergang

Mit 8 Euro in der Tasche geht es für mich weiter zum Donaukanal. Hier tummeln sich im Sommer sehr viele Menschen. Am Donaukanal könnt ihr die Graffitis auf den Wänden bewundern, eure Füße am Ufer baumeln lassen und vorbeigehende Menschen beobachten.

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4# Supermarkteinkauf statt Restaurant

Am Nachmittag packt mich der Hunger, aber statt dem Restaurant besuche ich den Supermarkt. 4 Euro lasse ich dort und gönne mir einen Salat und ein Getränk. Das Essen in der Tasche verstaut, geht es für mich nach langer Zeit wieder einmal Richtung Donauinsel.

5# Fahrradtour und Jause auf der Donauinsel

Während der Fahrt komme ich auf die Idee, mir ein City Bike auszuleihen. Die Anmeldung kostet einmalig 1 Euro und die erste Stunde ist gratis. Ich schwinge mich aufs Rad – mit noch 3 Euro in der Tasche – und begebe mich auf die Suche nach einem schönen Plätzchen. Dort verspeise ich meine Jause und mache mich dann langsam auf den Heimweg. Das City Bike gebe ich bei der nächsten Station zurück und mache mit der U-Bahn noch einen Abstecher zu meinem Lieblingseissalon im dreizehnten Bezirk. Dort gönne ich mir mit den verbliebenen 3 Euro noch 2 Kugeln Eis (Kosten 2,20 Euro).

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Mein Fazit

Am Ende sind mir von den 10 Euro also 80 Cent übriggeblieben und trotzdem habe ich es geschafft, einen tollen Tag in Wien zu verbringen. Es war ein ganz anderer Tag als sonst. Ich entdeckte die Donauinsel wieder neu, probierte das City Bike aus und fokussierte mich mehr als sonst auf die unscheinbareren Dinge in der Stadt. Ich kann dieses Experiment jedem empfehlen, denn schöne Tage kann man auch mit wenig Geld erleben.

Vor allem im Sommer gibt es sehr viele Outdoor Veranstaltungen in Wien und sicherlich auch in anderen Städten, die ihr besuchen könnt. Für Wien kann ich euch ein paar Empfehlungen geben: Ab dem 09. Juni findet z.B. das 1150 Grätzlfest statt, bei dem der 15. Bezirk im Fokus steht. Dort könnt ihr an vielen Gratis-Workshops teilnehmen. Aber auch das Popfest Wien und das Donauinselfest sind heiße Tipps, bei denen es zwar Ausgaben für Essen & Getränke, aber keine Eintritte gibt.

Habt ihr schon einmal ein Tagesbudget-Experiment gewagt und könnt darüber berichten? Ich freue mich auf eure Erfahrungen.

 

Bis bald,

 

eure Nikolina

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