Meine Welt der Reisefinanzen

Finanzen, Reisen, Währung, Wechseln, Fremdwährung

Wer kennt es nicht? Die nächste Reise ins Ausland steht an und man steht immer wieder vor denselben Fragen: Soll ich mein Geld schon vorher wechseln, lieber erst vor Ort oder überhaupt nur mit der Karte Geld im Urlaubsland abheben? Soll ich besser in Landes- oder Heimatwährung Geld beheben? Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen hängen natürlich auch von der Länge der Reise (Kurztrip, längere Reise oder sogar Weltreise) und vor allem der Destination ab. Nichtsdestotrotz habe ich in diesem Beitrag ein paar allgemein gültige und nützliche Tipps für euch zusammengestellt, die euch für eure nächste Reise hilfreich sein können.

Soll ich mein Geld bereits vor dem Urlaub wechseln?

Die Meinungen zu diesem Thema sind sehr unterschiedlich. Die Erste Bank empfiehlt zum Beispiel sein Geld noch vor Urlaubsantritt bei der Hausbank zu wechseln. Walter Hager vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) rät – laut diesem Standard-Artikel von Juli 2015 – hingegen dazu, sein Geld erst am Urlaubsort zu wechseln. Dort sollte die erste Anlaufstelle dann allerdings eine Bank und keine Wechselstube sein.

Generell gilt: Informiert euch im Vorfeld immer über die aktuellen Wechselkurse und mögliche Bankgebühren. Solltet ihr euch dazu entscheiden, bereits vor eurem Urlaubsantritt Geld zu wechseln, erkundigt euch außerdem rechtzeitig, ob eure Bank die benötigte Fremdwährung vorrätig hat. Ansonsten kann es schon mal ein paar Tage dauern, bis ihr euer Geld gewechselt bekommt.

Ich persönlich wechsle allein schon aus organisatorischen Gründen ein paar Tage vor der Abreise immer ein wenig Geld in die entsprechende Landeswährung (in etwa 50 – 80 Euro). So habe ich gleich zur Sicherheit etwas Bargeld bei mir, falls ich etwas benötige und nicht mit der Karte bezahlen kann.

Ist es ratsam, Wechselstuben aufzusuchen?

Wechselstuben sind mit Vorsicht zu genießen! Sie bieten oft sehr schlechte Wechselkurse und verlangen zum Teil hohe Provisionen. Diese Erfahrung haben wir letztens in London gemacht, als wir auf der Oxford Street in einer Wechselstube Geld wechselten und erst später die Info über die Provision lasen. Besser ist es daher, seriöse Banken aufzusuchen.

Ist es empfehlenswert Geld am Flughafen zu wechseln?

Meidet die Wechselstuben am Flughafen. Auch sie bieten nicht die besten Kurse an. Hier würde ich nur in dringendsten Fällen kleinere Beträge wechseln.

Behebungen und Bezahlungen mit der Bankomat- und Kreditkarte

Einen Teil eures Urlaubsbudgets könnt ihr euch vor Ort am Bankomaten abheben, um nicht von Anfang an mit zu viel Bargeld unterwegs zu sein. Beachten solltet ihr dabei allerdings, dass außerhalb des Euro-Raumes Gebühren anfallen. Je nach Anbieter von Geldautomaten und eurem Kartenanbieter gibt es Unterschiede.

Bankomatkarte

„Geld sollte man nur mit der Bankomatkarte beheben, Kreditkarten sind grundsätzlich teurer“ – eine weitere Empfehlung die Hager vom VKI in dem bereits zitierten Standard-Artikel gibt. Laut Hager fallen pro Behebung mit der Bankomatkarte außerhalb des Euro-Raumes eine Fixgebühr von 1,82 Euro sowie eine Provision von 0,75 % des umzurechnenden Betrages an. Das bestätigt auch diese Preiserhebung der Arbeiterkammer, die ich sehr anschaulich finde.

Kreditkarte

Vorsicht bei der Benutzung der Kreditkarte! Die Preiserhebung der Arbeiterkammer zeigt: Bei einem Einkauf mit der Kreditkarte außerhalb des Euro-Raumes fallen Manipulationsgebühren von 1,5 bis 2 % des ausgegebenen Betrages an. Außerdem zahlt man für das Geldabheben mit der Kreditkarte in Euro-Ländern Spesen – und das nicht zu knapp: 3 % vom abgehobenen Betrag, mindestens allerdings 2,50 bis 4 Euro. Außerhalb des Euro-Raums muss man zusätzlich zu den Spesen noch mit einer Manipulationsgebühr rechnen. Es gibt aber auch Kreditkartenanbieter, die keine Gebühren beim Bezahlen oder Abheben verrechnen. Welche das sind und weitere nützliche Informationen rund um die Kreditkarte, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

Aber egal ob mit der Bankomat- oder Kreditkarte: Verzichtet beim Abheben auf die Umrechnung in die Heimatwährung. Hier steigt ihr meist schlechter aus.

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Was ihr noch wissen solltet

Schutzsystem GeoControl

Vielleicht habt ihr schon einmal davon gehört. Die österreichischen Banken haben vor ein paar Jahren ein Schutzsystem, das sogenannte GeoControl, eingeführt, um damit den „Skimming-Betrug“, das Auslesen und Kopieren des Magnetstreifens, zu verhindern. Für Reisen in gewisse Länder muss man dieses System bei seiner Bank für den gewünschten Zeitraum deaktivieren, um seine Bankomatkarte uneingeschränkt nutzen zu können. Nach Ablauf des selbst gesetzten Zeitraums wird GeoControl automatisch wieder aktiviert. Erkundigt euch also rechtzeitig, ob eure Destination davon betroffen ist.

Zusätzliche Automatengebühr

Manche Bankomatbetreiber verlangen eine zusätzliche Gebühr für Bargeldbehebungen. Auf diese Gebühren hat die ausstellende Bank allerdings keinen Einfluss, d.h. sie sind als Kostenfaktor zu 100 % den Fremdbanken zuzuschreiben. Mögliche Automatengebühren müssen euch aber vor der jeweiligen Behebung angezeigt werden. Es kann sich daher durchaus lohnen (sofern es eure Zeit erlaubt), mehrere Bankomaten zu vergleichen und eine solche Gebühr im besten Fall sogar zu umgehen.

Mein Fazit

  • Sofern ihr keine kostenfreie Kreditkartenvariante habt, für Bargeldbehebungen immer die Bankomatkarte nutzen.
  • Hebt lieber einmalig eine größere Summe als öfter kleinere Beträge ab. So vermeidet ihr unnötige Mehrfach-Fixgebühren.
  • Banken den Vortritt lassen und Wechselstuben vermeiden!
  • Informiert euch im Vorfeld über aktuelle Wechselkurse und mögliche Gebühren eurer Bank.

Zum Schluss noch zwei persönliche Tipps

Mit Reserve reisen

Ich weiß, oft fühlt man sich mit viel Bargeld in der Tasche nicht so sicher. Ich finde eine gewisse Summe Bares – vor allem als Reserve und Notgeld – jedoch nicht verkehrt. Diese Reserve teile ich mir auf meinen Reisen immer auf. Einen Teil lasse ich im Zimmer (wenn vorhanden im Safe), den anderen Teil nehme ich mit, aber bewahre ihn getrennt von meinen Karten auf. Wird euch die Tasche mit euren Karten gestohlen, habt ihr zumindest noch eine Barreserve, auf die ihr vorerst zurückgreifen könnt.

Der Mix machts

Meine bisherige Reiseerfahrung hat mir gezeigt: Eine Kombination aus den Varianten Karte, Bargeld und Geld vor Ort wechseln hat sich bewährt.

Wie regelt ihr eure Finanzen auf Reisen? Wie immer freue ich mich auf eure Erfahrungsberichte.

 

Bis bald,

 

eure Nikolina

 

 

 

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