Mensch versus Maschine: Was Robo Advisor können. Und was nicht…

Schreibtisch mit Stiften und kleinem Roboter

In Zeiten von Fintech Start-ups, die dir das Konto in Form einer App mit zahlreichen Features wie Sofortüberweisung, Rechnung-Splitten und digitalem Haushaltsplan von der physischen Bank entkoppeln, gibt es auch am Finanzmarkt automatisierte Anlageberater, die sogenannten Robo Advisors. Dein Depot wird also nicht von einem Menschen, sondern einer künstlichen Intelligenz verwaltet, welche die Anlageentscheidungen trifft.

Mit echten Personen hat man dabei als AnlegerIn – bis auf eine Service-Hotline – wenig zu tun.

Im ersten Moment klingt das nicht gerade positiv, aber für manche EinsteigerInnen hat das durchaus seine Vorteile, denn Gefühle haben großen Einfluss auf unsere Anlageentscheidungen. Ein Roboter handelt ausnahmslos nach logischen Parametern und lässt sich weder durch Angst, Gier oder einem Bauchgefühl aus der Routine bringen.

Was Emotionen am Finanzmarkt auslösen können, kannst du übrigens in unserem Interview mit Börsenpsychologe Prof. Herbert Schwarzenberger nachlesen.

Wie funktioniert die automatische Anlageberatung?

Diese “Online Anlageautomaten” sind deshalb so beliebt, weil man in 3 einfachen Schritten vom Sofa aus sein Erspartes sofort selbst veranlagen kann:

1)    Online Registrieren

2)    Startkapital und Risikobereitschaft einstellen

3)    Identität verifizieren und Depot eröffnen

Je nach Alter, verfügbarem Kapital, Ziel der Veranlagung und – abhängig vom Anbieter – sogar Höchstgrenze für Verluste fährt der Roboter die (seiner Programmierung nach) beste Anlagestrategie, die sich aus mehreren Anlageformen wie Tagesgeld, ETFs, Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffen zusammensetzen kann. Durch automatisches Umschichten deiner Stammeinlage im Rahmen deiner zuvor festgelegten Risikobereitschaft wird ein diversifiziertes Portfolio geschaffen, das Verluste schneller, besser und nachhaltiger ausgleichen soll. Meistens investieren Robo Advisor in sogenannte Index-ETFs, das sind börsengehandelte Fonds, die oft einen ganzen Markt über Indizes wie ATX oder DAX abbilden.

Automatismus sticht Eigenverantwortung

Der Robo Advisor schichtet aufgrund vordefinierter Parameter konsequent und eigenmächtig um und ist damit gerade für AnlegerInnen, die sich weniger mit dem Handeln, Analysieren und Prognostizieren des Marktes auseinandersetzen möchten, eine Möglichkeit, Verantwortung und Arbeit abzugeben. Wer Robo Advisor in Anspruch nimmt, braucht aber einen kühlen Kopf und ein langfristiges Ziel, denn auch bei sichtbaren Kapitalschwankungen ist ein manuelles Eingreifen nicht möglich.

Sicherheit und Risiko

Dieses Angebot ist für viele PrivatanlegerInnen so überzeugend, dass laut Prognosen in wenigen Jahren allein in Deutschland bereits zweistellige Milliardensummen von Robo Advisor verwaltet werden sollen.

Wie stabil der Algorithmus in der Kapitalverwaltung funktioniert, wird sich in Krisenzeiten herausstellen. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) rät, sich mit dem System dahinter vertraut zu machen und die Strategie der Anbieter zu hinterfragen, bevor Geld investiert wird.

 

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