Der Notgroschen – so hoch sollte deine eiserne Reserve sein

Sparschwein

Über 870.000 Menschen sind derzeit in Kurzarbeit, über 500.000 weitere waren im April 2020 arbeitslos. Die Coronakrise und ihre massiven Auswirkungen haben uns wohl alle überrascht – gleichzeitig werden wir daran erinnert, wie wichtig es ist, Geld für Notfälle zur Verfügung zu haben. Aber es muss nicht immer gleich der Verlust des Arbeitsplatzes sein, auch die häufig genannte kaputte Waschmaschine oder die teure Autoreparatur können einen unerwartet vor hohe Kosten stellen. Umso wichtiger ist es, mit einem Notgroschen für genau solche Fälle gerüstet zu sein.

Die Höhe des Notgroschens ist individuell

Häufig liest man, dass der Notgroschen drei oder sogar sechs Nettomonatsgehälter umfassen sollte. Letztlich ist aber natürlich die eigene Lebenssituation ausschlaggebend und der Notgroschen sollte vor allem anhand dieser bestimmt werden.

Wie hoch ist das eigene Einkommen und wie hoch sind die fixen und variablen Ausgaben? Fixkosten wie Miete, Kredit- und Leasingraten, Versicherungen und Verträge für TV, Internet und Smartphone sollte man vorübergehend auch ohne Einkommen bestreiten können. Zusätzlich müssen auch variable Kosten wie z. B. jene für Lebensmittel realistisch eingeschätzt werden. Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, ob man in einer finanziellen Notlage seinen Lebensstandard halten möchte oder ob man dazu bereit ist auf bestimmte Ausgaben zu verzichten. Je höher eure monatlichen Ausgaben sind, desto höher sollte auch eure Reserve sein.

Vor diesem Hintergrund wird der Notgroschen für jemanden, der mietfrei bei den Eltern lebt und in der Nähe zum Wohnort arbeitet, niedriger sein als für jemanden, der eine Familie mit zwei Kindern hat und einen Wohnkredit abbezahlt. Unabhängig von der Situation ist es ratsam, einen Finanzpolster anzulegen, von dem man mehrere Monate gut leben kann. Diese Entscheidung ist aber individuell, wer mehr Sicherheit braucht, sollte den Polster entsprechend aufstocken.

Der Notgroschen ist nur für Notfälle da

In finanziellen Notfällen ist es wesentlich, dass euch das Ersparte schnell zur Verfügung steht. Am besten spart ihr daher eure Finanzreserve auf einem separaten Girokonto oder einem Online-Sparbuch an, auf das ihr täglich zugreifen könnt. So seid ihr flexibel und könnt gegebenenfalls schnell reagieren. Nützliche Geldspartipps findet ihr hier im Blog in der Kategorie Apropos Sparen.

Habt euren Notgroschen immer wieder im Blick und passt seine Höhe an geänderte Lebensumstände an. Wenn die Lebenskosten z. B. durch einen Umzug in eine teurere Wohnung oder durch die Anschaffung eines Autos steigen, sollte auch der Notgroschen entsprechend mitwachsen. Wichtig: Verwendet eure Reserve nie für Urlaube oder Konsumgüter – auch wenn es verlockend sein mag, das Geld einfach vom Konto zu beheben. Betrachtet den Notgroschen als das, was er ist: eure Absicherung für Notfälle.

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