Cathrin, operationstechnische Assistentin: „Mein grobes Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren ungefähr 20.000 Euro zur Seite zu legen.“

Porträt von Cathrin

Cathrin ist operationstechnische Assistentin und arbeitet in einem Krankenhaus in Deutschland. Abgesehen von ihren Fixkosten sind für die 23-Jährige Erlebnisse wichtiger als Konsumgüter.

Welche Ausbildung hast du durchlaufen?

Ich habe mich schon immer im medizinischen Bereich gesehen, deshalb habe ich nach dem Abitur zunächst ein freiwilliges Soziales Jahr gemacht und hatte dabei die Möglichkeit viele verschiedene Bereiche im Krankenhaus kennenzulernen. Letztendlich habe ich mich für den Operationssaal entschieden und eine Ausbildung zur operationstechnischen Assistentin gemacht. Mein nächstes Ziel wäre es allerdings, Medizin zu studieren und Pathologin zu werden.

Womit verdienst du dein Geld und wie sieht deine Einkommenssituation aus?

Ich bin seit September in einem Krankenhaus angestellt und arbeite Vollzeit. Wenn ich keine Dienste habe, kellnere ich ab und an auch an Wochenenden, um mir noch etwas dazu zu verdienen. Das Gehalt als operationstechnische Assistentin deckt prinzipiell meine Lebenskosten, aber durch den Nebenverdienst kann ich mehr Geld auf die Seite legen oder für größere Anschaffungen verwenden.

Womit hast du dein erstes Geld verdient und was hast du damit gemacht?

Während der Schulzeit habe ich in einer Bäckerei gejobbt und dort mein erstes Geld verdient.
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich mir davon eine Markentasche gekauft. Rückblickend kann ich dennoch sagen, dass ich in dieser Zeit eine gute Summe auf mein Sparbuch legen konnte.

Für welche Bereiche, Interessen oder Dinge gibst du monatlich das meiste Geld aus und warum?

Ich habe eine halbjährige Reise hinter mir, während der ich dreizehn Länder besucht habe. Daher muss ich zunächst einmal finanziell wieder auf Schiene kommen, weshalb ich momentan eher sparsamer lebe. Das meiste Geld gebe ich für meine Wohnung und mein Auto aus und komme damit auf einen monatlichen Betrag von ungefähr 650 Euro. Generell gebe ich gerne etwas mehr Geld für hochwertige Pflegeprodukte aus.

Wie viel % deines Einkommens kannst du zur Seite legen bzw. im Schnitt monatlich investieren?

Ich versuche ungefähr 1/3 meines Gehaltes zur Seite zu legen oder noch mehr. Es kommt ganz darauf an, wie viele Dienste ich im Monat mache. Mein grobes Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren ungefähr 20.000 Euro zur Seite zu legen. In welcher Form ich das genau mache, muss ich noch entscheiden, da das Sparbuch mittlerweile eine weniger lukrative Anlage ist.

Wenn dir jemand 5.000 Euro schenken würde, was würdest du mit dem Geld genau tun?

Ich würde es mir für mein zukünftiges Studium aufbewahren, weil ich dafür höchstwahrscheinlich umziehen muss und mit den 5.000 Euro könnte ich die erste Zeit überbrücken.

Was ist das Wichtigste im Umgang mit Geld und von wem hast du es gelernt?

Das Wichtigste im Umgang mit Geld ist meiner Meinung nach, sich gründliche Gedanken über anstehende Ausgaben zu machen. Ich stelle mir immer die Frage, ob ich mit dem Produkt langfristig glücklich sein werde bzw. inwiefern es mir einen Mehrwert liefert. So konnte ich im letzten Ausbildungsjahr 6.000 Euro sparen, die meiner halbjährigen Reise zugutegekommen sind und worauf ich im Nachhinein auch sehr stolz bin. Dieses Geld hat es mir ermöglicht, noch weitere zwei Monate an die Reise anzuhängen.

Was bedeutet finanzielle Freiheit für dich?

Finanzielle Freiheit bedeutet für mich, das zu machen, was mich glücklich macht, ohne großartig zu überlegen, ob ich es mir leisten kann. Es vermittelt mir aber auch ein Gefühl von Sicherheit, wenn ich mir keine Gedanken über Fixkosten wie Miete, Einkäufe oder Benzin machen muss. Das ultimative finanzielle Freiheitsgefühl erreicht man glaube ich auch, wenn man den Zahltag vergisst.

Wenn du jemals auf dem Cover von Forbes landen solltest, dann mit dem Titel…

…I’m not rich, but I live like a millionaire.

Über welche Investition bist du besonders froh und welche bereust du?

Ich bin echt froh, dass ich meine ganzen Ersparnisse in die Auszeit nach der Ausbildung investiert habe. Diese Erlebnisse kann einem keiner nehmen, anders als Geld.

Was ist es dir wert, viel Geld auszugeben und was nicht?

Materielle Dinge können dich eine kurze Zeit glücklich machen, jedoch nicht langfristig. Ich investiere mein Geld lieber in meine Freizeit. Da ich im Krankenhaus arbeite, wird mir jeden Tag aufs Neue bewusst, wie wertvoll Zeit ist. Ich bemühe mich vor allem vorausschauend zu denken und zu rechnen. Während des Studiums werde ich finanziell auf mich alleine gestellt sein, deshalb fange ich jetzt schon an, mir eine Rücklage aufzubauen.

Was hast du von deinen Eltern über den Umgang mit Geld gelernt?

Meine Eltern kommen aus einfachen Verhältnissen und mir wurde schon früh beigebracht, wie wertvoll Geld eigentlich ist. Sie kamen mit genau einem Koffer nach Deutschland, konnten die Sprache nicht sprechen und haben sich hier ein neues Leben aufgebaut. Jetzt haben sie zwei Kinder, ein eigenes Haus und Jobs, von denen sie gut leben können. Von ihnen habe ich gelernt, dass jeder Euro, den man selber verdient, egal mit welchem Job, hart erarbeitetes Geld ist, welches man bedacht ausgeben sollte. Sie haben immer einen „Puffer“ für schlechte Zeiten parat und genau das setze ich auch in meinem Leben um.

Wie sorgst du finanziell für Notsituationen vor?

Indem ich Geld nur für das Nötigste ausgebe, mich nicht von einem Konsumzwang überlisten lasse und konsequent einen Betrag auf ein anderes Konto überweise.

Du hast dir deine Weltreise von deinem Ersparten finanziert – welche Spartipps hast du?

Meine Ausbildung war sehr anstrengend und zeitintensiv. Die Reise war daher mein Lichtblick und hat mich zum Sparen motiviert. Mir hat es sehr geholfen, mir konsequent mein Ziel vor Augen zu halten. Allerdings muss ich zugeben, dass es zu Beginn schwierig war und ich meine Gewohnheiten ändern musste. Grundsätzlich wäre mein Tipp: Spart im Alltag! Genau so wichtig ist es zu verstehen, dass Verzicht nicht mit Verlust gleichzusetzen ist, sondern euch vielmehr näher an euer Ziel bringt.  

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