Elisabeth, Sängerin & Gesangspädagogin: “Ich zähle Sport genauso zu meinem Arbeitsalltag wie meine Buchhaltung und die Verwaltung meiner Website.”

Elisabeth ist Juristin, Sängerin und Gesangspädagogin und lebt mit ihrem Mann und ihrer zweijährigen Tochter in einer Mietwohnung in Wien. Den Großteil ihres Einkommens verdient die 36-Jährige als Lektorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie durch Unterricht an der Freien Musikschule Wien. Etwa 15 % ihres Einkommens verdient sie durch Auftritte als Künstlerin sowie mit variablen Workshops und Kursen.

Wichtiger Teil ihres Berufsalltag ist die Selbstfürsorge: „Darauf zu achten, dass ich fit und gesund bin, ist Teil meiner Verantwortung als Sängerin. Ich zähle regelmäßiges Yoga und Sport genauso zu meinem Arbeitsalltag wie die Erledigung meiner Buchhaltung und die Verwaltung meiner Website.“

Womit verdienst du dein Geld und wie sieht deine Einkommenssituation aus?

Ich bin Sängerin und Gesangspädagogin, das heißt, dass ich mein Geld als Künstlerin und als Gesanglehrerin verdiene. Ca. 75% meines Einkommens sind regelmäßig durch Lehraufträge bzw. Verträge mit SchülerInnen. Der Rest – also hauptsächlich meine künstlerische Tätigkeit und extra Workshops und Kurse, die ich halte – ist variabel.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Ich habe eine befristete Fixanstellung als Lektorin an der Uni für Musik und darstellende Kunst in Wien (MDW). Den Rest verdiene ich selbstständig an der Freien Musikschule Wien und freischaffend als klassische Sängerin und Gesangspädagogin. Manchmal kommen noch befristete Verträge bei Theatern oder Festivals dazu – ich arbeite als Künstlerin also nicht nur frei schaffend.

Bei mir gibt es keinen „typischen Arbeitstag“. Unter dem Semester gibt es aber wohl einen „typischen Montag“: Da unterrichte ich nachmittags vier Stunden an der Uni und abends drei Stunden als Stimmbildnerin bei einem Jugendchor. An einem „typischen Musikschultag“ beginne ich normalerweise mittags und unterrichte dann bis abends durch – GesangsschülerInnen, einen Kinderchor, musikalische Früherziehung, ein sehr buntes Programm also.

Ich habe üblicherweise drei fixe Unterrichtstage pro Woche, dann bleibt mir genügend Zeit für meine künstlerischen Projekte. Für die gibt es einerseits die Phase des Heimstudiums, da bin ich sehr flexibel und kann mir Zeit und Ort selber einteilen. Wenn das Musizieren im Ensemble bzw. die Konzertphase beginnt, ist es wichtig, dass ich gut vorbereitet und gut bei Stimme bin. Zu meinem Berufsalltag gehört also auch die Selbstfürsorge. Darauf zu achten, dass ich fit und gesund bin, um möglichst keine Projekte absagen zu müssen, ist Teil meiner Verantwortung als Sängerin. Ich zähle regelmäßiges Yoga und Sport daher genauso zu meinem Arbeitsalltag wie die Erledigung meiner Buchhaltung und die Verwaltung meiner Website.

Womit hast du dein erstes Geld verdient und was hast du damit gemacht?

Mein erstes Geld habe ich mit 15 Jahren bei einem klassischen Ferialjob als Bäckereiverkäuferin verdient. Ich weiß gar nicht mehr genau, was ich mit dem Geld gemacht habe. Ich glaube, ich habe damit mein Moped mitfinanziert.

Für welche Bereiche, Interessen oder Dinge gibst du monatlich das meiste Geld aus und warum?

Das meiste Geld gebe ich für Wohnen, gutes Essen und Bio-Lebensmittel aus.

Wie viel % deines Einkommens kannst du zur Seite legen bzw. im Schnitt monatlich investieren?

Ich schaffe es momentan ca. 5 % meines Einkommens zur Seite zu legen.

Wenn dir jemand 5.000 Euro schenken würde, was würdest du mit dem Geld genau tun?

Wahrscheinlich würde ich mir für 500 Euro etwas gönnen, zum Beispiel fair produzierte Kleidung und gut essen gehen. Den Rest würde ich als finanziellen Polster für unvorhergesehene Ausgaben zur Seite legen.

Was ist das Wichtigste im Umgang mit Geld und von wem hast du es gelernt?

Ich finde es am wichtigsten, den Überblick über meine Ausgaben im Verhältnis zu meiner momentanen Einkommenssituation zu behalten. Ich denke, das habe ich von meiner Mama gelernt: sie hat schon früh darauf bestanden, dass ich mir genau aufschreibe, wofür ich mein Geld ausgebe.

Worin legst du heute dein Geld an und wie gehst du dabei vor?

Das Einzige, das ich jährlich „speise“ ist mein Bausparvertrag. Momentan befinde ich mich nicht in einer Lebensphase, in der ich viel Geld für Anlagen übrig habe. Ich bin aktuell Alleinverdienerin, da mein Mann sein Ausbildung beendet. Es ist daher alles recht knapp kalkuliert. Ich freue mich schon auf eine Zeit, in der ich mich damit wieder mehr beschäftigen kann.

Über welche Investition bist du besonders froh und welche bereust du?

Ich bin sehr froh, dass ich mir nach meinem Jus-Studium über eine Erbschaft ein Zweitstudium – Gesang, Instrumental- und Gesangspädagogik – finanzieren konnte. Eine Zeit lang habe ich mir viel zu viel Kleidung gekauft, das bereue ich im Nachhinein.

Wann hast du zuletzt einem teuren Impuls-Kauf widerstanden und worum ging es dabei?

Gestern. Es ging um neue Kleidung, die ich eigentlich nicht wirklich brauche.

Wie gehen du und dein Partner mit gemeinsamen Finanzen um?

Wir haben uns gemeinsam noch nicht viel Großes angeschafft. Urlaube finanzieren wir gemeinsam über ein Extra-Konto. Den Alltag bewältigen wir auch gemeinsam mit – je nach Lebenslage – veränderlichen Anteilen, die wir regelmäßig besprechen und anpassen.

Wie sorgst du für dein Kind vor?

Ich bin momentan nicht in der finanziellen Lage große Sparsprünge zu machen. Zum Glück springen unsere Familien ein und es läuft ein Bausparvertrag sowie eine andere Form der Ansparung, über die unsere Tochter verfügen kann, wenn sie 18 Jahre sein wird.

Das könnte dir auch gefallen