Über den Wert von Zeit und Geld

In den letzten Beiträgen ging es vor allem darum, euch nützliche Tipps zu geben, wie man Kostenfallen vermeiden, Geld sparen und Geld veranlagen kann. Dies sind – im Idealfall – langfristige Ziele. Was ist aber mit unserem alltäglichen Kaufverhalten? Wir haben täglich mit Geld zu tun und konsumieren nahezu jeden Tag etwas – sei es unser Mittagessen, der geliebte Coffee to go oder das nächste Paar Sneakers. Viele dieser Konsumentscheidungen treffen wir völlig unbewusst und im Vorbeigehen. Eines vorweg: Ziel ist es nicht, euch zu belehren oder zu erklären, wie ihr auf Dinge verzichten könnt. Vielmehr geht es in diesem Beitrag um ein Gedankenexperiment über den Wert von Zeit und Konsum.

Nicht alles, was wertvoll ist, ist auch teuer

Will man den Wert eines Gegenstands bestimmen, so ist es naheliegend, zunächst seinen Preis zu eruieren. Aber nicht immer ist das die ganze Wahrheit. Nehmen wir folgendes Beispiel: Das Schmuckstück deiner Oma hat einen ganz anderen Wert für dich als beispielsweise neue Sneakers. Für jeden anderen ist es aber vielleicht nur ein in die Jahre gekommener Modeschmuck. Hier spielt also nicht nur der objektive Wert des Schmuckstücks selbst eine Rolle, sondern auch der persönliche Wert, den es für dich hat. Die neuen Sneakers dagegen haben für dich und deine Freundin auf den ersten Blick den gleichen Wert – nämlich den, der auf dem Preiszettel steht. Aber gehen wir einen Schritt weiter.

Zeit ist Geld

Ein Blick auf unseren Kontostand und ein kurzer Gedanke an fällige Ausgaben helfen uns üblicherweise zu entscheiden, ob sich das Paar Sneakers noch ausgeht. Hört sich eigentlich sehr vernünftig an. Es stellt sich jedoch folgende Frage: Wollen wir uns das gewünschte Produkt tatsächlich nur deshalb leisten, weil es unser Konto erlaubt? Haben wir damit schon eine Konsumentscheidung getroffen? Kommt noch ein Stückchen weiter mit auf unser Gedankenexperiment!

Um sich etwas leisten zu können, müssen die meisten von uns arbeiten gehen. Egal wie viele Stunden du pro Woche arbeitest: Fakt ist, dass du deine Zeit in Arbeit investierst um deinen Verdienst zu bekommen. Du bezahlst die neuen Sneakers also auch indirekt mit deiner Zeit. Ein zusätzlicher Entscheidungsfaktor wäre daher, dass du – ganz abgesehen von deinem Kontostand – ausrechnest, wie viel Arbeitszeit du für die Sneakers aufbringen müsstest. Und dann stellt sich die Frage: Sind sie dir diese Zeit wert? Bist du bereit, zum Beispiel 8 Stunden zu arbeiten, um gerade dieses Paar Schuhe kaufen zu können? Und vielleicht hat deine Freundin einen besser bezahlten Job und muss für dieselben Schuhe nur 4 Stunden im Büro sitzen – und schon ist der Wert der Sneakers für euch nicht mehr ganz derselbe.

Bewusstsein ist die halbe Miete

Wie du dich im Endeffekt entscheidest, hängt davon ab, wie du persönlich den Wert von Zeit und Konsum einschätzt. Das ist deine ganz persönliche Entscheidung! Wichtig ist, dass du dir ein Bewusstsein für den Wert von Dingen aneignest. Bei jedem Kauf hast du zusätzlich zu deinem Geld auch deine Zeit investiert. Und Zeit ist bekanntlich unser wertvollstes Gut.

Finanziell unabhängig zu sein, bedeutet ebenso nicht konsumgezwungen zu sein, sondern bewusst entscheiden zu können. Das Geld gibt nicht dir die Macht, sondern du hast die Macht über dein eigenes Geld.

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